Tesla hat bei der Konstruktion des Akkupacks für das Cybercab bewusst Hohlräume im Gehäuse gelassen. Diese Designentscheidung dient dazu, das Fahrzeug künftig mit günstigeren Lithium-Eisenphosphat-Zellen (LFP) auszustatten und die Wartungskosten der Fahrzeugflotte zu reduzieren.
Wie Robert Sumpf, Director of Mechanical Design Engineering bei Tesla, in einem Interview mit Munro Live erklärte, wurde der zusätzliche Platz reserviert, um später auf eine Zellchemie mit geringerer Energiedichte umsteigen zu können. Da LFP-Zellen eine niedrigere Energiedichte als die aktuell verwendeten 4680-Zellen auf Nickelbasis besitzen, werden mehr Zellen benötigt, um dieselbe Reichweite zu erzielen. LFP-Akkus bieten jedoch Vorteile wie geringere Produktionskosten, eine höhere thermische Stabilität und eine längere Lebensdauer bezüglich der Ladezyklen.
Ein weiterer Grund für den ungenutzten Raum ist die Effizienz des Fahrzeugs. Laut Lars Moravy, Vice President of Vehicle Engineering, benötigt das Cybercab weniger Batteriekapazität als ursprünglich angenommen. Tesla strebt eine Akkugröße von unter 50 kWh an, die eine Reichweite von knapp 300 Meilen (ca. 480 km) ermöglichen soll.
Darüber hinaus unterscheidet sich das Akkudesign von früheren Ansätzen wie bei bestimmten Varianten des Model Y oder dem Cybertruck. Statt eines fest verklebten strukturellen Akkupacks verwendet das Cybercab vier separat versiegelte Module. Dies ermöglicht den Austausch einzelner defekter Module, anstatt den gesamten Akku ersetzen zu müssen. Sumpf bewertete die Reparierbarkeit des früheren strukturellen Packs im Model Y rückblickend mit der Note 'D' und betonte, dass beim Cybercab die Servicekosten im Vordergrund stehen. Bei kommerziell genutzten Fahrzeugen mit hohen Laufleistungen sind einfache Reparaturen ein wesentlicher Wirtschaftlichkeitsfaktor.
Derzeit läuft die Produktion im Werk Giga Texas mit 4680-Zellen. Laut Zulassungsdaten der Behörden in Texas sind bereits 544 Cybercabs für die Robotaxi-Flotte registriert. Erste Auslieferungen an externe Kunden sind für Ende 2026 geplant, wobei der Großteil der Fahrzeuge im Besitz von Tesla verbleiben und als Transportdienst betrieben werden soll.
Wie bewertet ihr Teslas Entscheidung, bei der Batteriearchitektur den Fokus auf einfachere Reparierbarkeit und den künftigen LFP-Einsatz zu legen?