Lettland hat als zehntes Mitgliedsland der Europäischen Union das Assistenzsystem 'Tesla Assisted Driving' (TAD) zugelassen. Die Verteilung der entsprechenden Software an kompatible Fahrzeuge in Lettland soll laut Angaben von Tesla Europe in Kürze beginnen.
Die Entscheidung der lettischen Straßenverkehrssicherheitsdirektion (CSDD) basiert auf der Anerkennung einer vorläufigen europäischen Typgenehmigung, die am 10. April von der niederländischen Behörde RDW erteilt wurde. Im Rahmen der Prüfung wurden spezifische Sicherheitsauflagen integriert. Dazu gehören engere Grenzen für Geschwindigkeitsabweichungen, das automatische Zurücksetzen manueller Geschwindigkeitseinstellungen nach jeder Fahrt sowie eine striktere Überwachung der Aufmerksamkeit des Fahrers.
In Europa wird das System unter dem Namen 'Tesla Assisted Driving' geführt, da die vorherige Bezeichnung 'Full Self-Driving' behördlich als irreführend eingestuft wurde. Technisch handelt es sich um ein Fahrerassistenzsystem der SAE-Stufe 2 (Level 2) und nicht um autonomes Fahren. Das System übernimmt die Regelung von Geschwindigkeit, Lenkung, Bremsen, Spurwechseln und das Navigieren über Kreuzungen entlang einer eingegebenen Route. Fahrer müssen die Hände zwar nicht ununterbrochen am Lenkrad halten, bleiben jedoch in der Pflicht, das Verkehrsgeschehen kontinuierlich zu überwachen und bei Bedarf sofort einzugreifen.
Mit Lettland umfasst die Liste der EU-Staaten mit nationaler Freigabe nun zehn Länder: die Niederlande, Litauen, Estland, Dänemark, Belgien, Slowenien, Tschechien, Kroatien, die Slowakei und Lettland. Die meisten dieser Staaten nutzen das Verfahren der gegenseitigen Anerkennung der niederländischen Genehmigung.
Diese Einzelgenehmigungen bedeuten jedoch noch keine EU-weite Zulassung. Für eine allgemeine Genehmigung im gesamten EU-Raum ist eine qualifizierte Mehrheit im Technischen Ausschuss für Kraftfahrzeuge erforderlich. Hierfür müssen mindestens 15 der 27 Mitgliedstaaten, die zusammen mindestens 65 Prozent der EU-Bevölkerung repräsentieren, zustimmen. Größere Märkte wie Deutschland, Frankreich und Italien befinden sich derzeit noch in der Prüfungsphase. Eine entscheidende Abstimmung auf EU-Ebene wird für Dezember erwartet.
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